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PERSPEKTIVEN

Begegnung der Generationen

Die Jahreskampagne der Caritas 2016 trägt den Titel „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit!“. Der demografische Wandel bringt das solidarische Sozialsystem Deutschlands ins Wanken. Mit verschiedenen Projekten setzt der Caritasverband Hannover Zeichen.

Gemeinsam betrachten jung und alt Fotos aus dem Projekt. © Wiezorek

Gemeinsam betrachten jung und alt Fotos aus dem Projekt. © Wiezorek

Zum Projekt gibt es auch ein Buch. © Wiezorek

Zum Projekt gibt es auch ein Buch. © Wiezorek

Politische Forderungen zur Generationengerechtigkeit stehen im Zentrum der diesjährigen Caritas-Kampagne. Aber es geht auch um das Zusammenwirken von Jung und Alt, den Zusammenhalt zwischen den Generationen und innerhalb jeder Generation. Das Familienzentrum St. Maximilian Kolbe, das zum Caritasverband Hannover gehört, hat genau diesen Ansatz mit dem Projekt „Schatzsuche“ verfolgt.

Die Mitarbeiter dort organisierten im vergangen Jahr ein Projekt mit dem Hort des Familienzentrums St. Maximilian Kolbe und einer Schülergruppe der 8. Klassen der IGS Mühlenberg. Die Idee: Ihr Stadtteil besteht aus Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedener Generationen. Diese Vielfalt sehen sie als Schatz, den es zu finden und zu behüten gilt. Die Kinder aus Hort und IGS sollten genau dies tun. Schätze in Form von Lebenserfahrung älterer Mitmenschen „bergen“ – durch Begegnung. Die Kinder des Hortes und die älteren IGS-Schüler gingen dabei unterschiedlich vor.

So besuchten im vergangenen Jahr mehrere Senioren regelmäßig die Kinder im Hort. Die Kinder durften die Besucher über ihre eigene Kindheit ausfragen. „Mit was für Spielzeug habt ihr gespielt?“, „Gab es schon damals Hausaufgaben?“ Die Kinder hatten viele Fragen. Große Neugier auf der einen, geduldige Antworten auf der anderen Seite. Im Anschluss malten die Kinder Bilder über das Erlebte. „Das war ganz toll zu sehen, wie die Kinder gemalt haben, was ihnen von damals berichtet wurde. Es gab viel zu lachen aber auch Momente, in denen die Kinder gemerkt haben, wie gut sie es haben“, berichtet die Kunstpädagogin Meike Brackhahn, die das Projekt begleitet hat. Schon nach kurzer Zeit entwickelte sich eine Beziehung zwischen den Senioren und den Hortkindern. Nach dem Projektende wünschen sich alle Beteiligten auch in Zukunft mehr Möglichkeiten für solche Begegnung.

Die IGS-Schüler dagegen nutzten die Begegnungen für eine medienpädagogische Schulung: Angeleitet durch Fei Zhou hielten sie Gespräche in Form eines Filmes fest. Das Ergebnis: Eine Sammlung an Interviews mit den Senioren. Erinnerungen an die Geschichte des Stadtteils, den viele von ihnen schon seit ihrer Kindheit ihr Zuhause nennen.

(Artikel vom 18. Mai 2016)