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„Ich bin eher eine Martha als eine Maria“

Reinhold Fahlbusch ist neu im Dekanatspastoralrat (DPR), aber kein Unbekannter im Katholischen Milieu Hannovers. Der ehemalige Bankdirektor war lange Zeit beim sozialen Kaufhaus fairKauf als Vorstandsvorsitzender federführend. Ein engagierter Tausendsassa, den wir Ihnen gerne vorstellen.

Herr Fahlbusch setzt sich nicht nur gerne für andere ein, er ist in seiner Freizeit auch begeisterter Hobbyfotograf. © privat

Herr Fahlbusch setzt sich nicht nur gerne für andere ein, er ist in seiner Freizeit auch begeisterter Hobbyfotograf. © privat

Im vergangenen November haben die Katholiken in Niedersachsen gewählt: ihre Vertreter in den Gremien der Gemeinden vor Ort und damit auch indirekt die Abgesandten, die die Gemeinden im Dekanatspastoralrat (DPR) repräsentieren. Der DPR ist ein Gremium, in dem Kirchenvorstände, Einrichtungen und Verbände sich auf regionaler Ebene treffen und arbeiten. Er hat die Aufgabe zusammen mit dem Propst, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Vorstandes des DPR ist, das Dekanat und seine Themen weiterzuentwickeln und über wichtige Grundsatzentscheidungen zu beraten. Der DPR ist damit das wichtigste Gremium des Dekanats, in dem auch Ehrenamtliche die Zukunft der Katholischen Kirche in Hannover mitgestalten können.

Wir stellen Ihnen den achtköpfigen Vorstand des DPR vor – persönlich und nah. In dieser Ausgabe erklärt uns Reinhold Fahlbusch (69), der als berufenes Mitglied in den Vorstand des DPR gewählt wurde, seine Verbundenheit zur Stadt Hannover und warum er eher eine Martha als eine Maria ist.

Lieber Herr Fahlbusch, unsere Leser möchten Sie gerne etwas näher kennenlernen. Was muss man über Sie wissen?

In Hannover bin ich geboren und aufgewachsen, daher mit Leidenschaft Hannoveraner. Seit meiner Kindheit bin ich außerdem passionierter Amateurfotograf. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne und zwei Enkelkinder. Auch durch meine Verbundenheit mit dieser Stadt habe ich mich stets in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich engagiert. So bin ich zum Beispiel beratendes Mitglied im Sozialausschuss und Mitglied des Widerspruchbeirates des Rates der Landeshauptstadt Hannover sowie Vorsteher einer alten hannoverschen Armenstiftung.

Die Arbeit im Dekanatspastoralrat basiert auf ehrenamtlichem Engagement. Gerade der Vorstand trägt dabei eine große Verantwortung. Woher kommt ihre Motivation, sich so im besonderen Maße zu engagieren?

Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, für Kirche und Gesellschaft Verantwortung mit zu übernehmen. Daher habe ich mich bis vor kurzem seit der Gründung beim Sozialkaufhaus fairKauf für die Integration Langzeitarbeitsloser auf den Arbeitsmarkt eingesetzt. Mein Credo als ehemaliger Bankdirektor ist, dass sich wohltätige Projekte auch selber finanziell tragen müssen; zumindest in den Fällen, in denen es möglich ist, sollte man nicht nach dem Staat rufen. Ich bin generell aktiv für Andere, das ist mein Ausdruck des Glaubens. Ich denke an die Geschichte von Maria und Martha im Lukasevangelium. Martha nimmt Jesus in ihrem Haus auf und ist aktiv bei seiner Bewirtung, während Maria zu seinen Füßen sitzt und ihm „nur“ zuhört. Ich bin wohl eher eine Martha als eine Maria - das ist eine Frage der Veranlagung, keine Bewertung. Bezogen beispielsweise auf die aktuelle Aufgabe der Integration der zu uns Geflohenen benötigen wir die Marthas und die Marias.

Was haben Sie sich für Ihre Arbeit im DPR vorgenommen? Welche Themen wollen Sie wie weiterentwickeln?

Ich sehe mich selbst aufgrund der vergangenen und aktuellen Tätigkeiten als Schnittstelle des DPR zur Stadtgesellschaft und finde, dass der aktive Dialog der Katholiken mit der Gesellschaft in Hannover und der Region unabdingbar ist - zumal dann, wenn die kirchliche Sozialisierung immer geringer wird. Wir brauchen diese Verknüpfungen, können der Gesellschaft aber andererseits auch viel zurückgeben. Für die Zukunft der Katholischen Kirche in der Region Hannover wünsche ich mir, dass sie weiter wächst – nach innen und außen.

Lieber Herr Fahlbusch, vielen Dank für das interessante Gespräch und viel Erfolg weiterhin im DPR und all Ihren eigenen Projekten.

Herr Fahlbusch darf gerne angesprochen werden zu den Themen Dialog mit der Gesellschaft, Integration von Flüchtlingen und Langzeitarbeistlosigkeit. Er ist erreichbar per Mail unter reinhold.fahlbusch(at)me.com und per Telefon unter der Nummer 0151- 40140051.

(Artikel vom 13. Oktober 2015)