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Diözesanrat
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PERSONALIEN

Mit vollem Einsatz

Bereits während der vergangenen Amtszeit des Dekanatspastoralrates (DPR) hat sie die Fäden fest in der Hand gehabt. Und vor wenigen Wochen wurde Felizitas Teske in ihrem Amt als stellvertretende Vorsitzende des wichtigsten Gremiums der Katholischen Kirche in Hannover neben Propst Martin Tenge wiedergewählt. Eine starke Frau, die wir Ihnen gerne vorstellen möchten.

Felizitas Teske ist (fast) immer im Einsatz. Hier zum Beispiel ist sie bei der Demo „Bunt statt Braun" dabei. © pkh

Felizitas Teske ist (fast) immer im Einsatz. Hier zum Beispiel ist sie bei der Demo „Bunt statt Braun" dabei. © pkh

Im vergangenen November haben die Katholiken in Niedersachsen gewählt: ihre Vertreter in den Gremien der Gemeinden vor Ort und damit auch indirekt die Abgesandten, die die Gemeinden im Dekanatspastoralrat (DPR) repräsentieren. Der DPR ist ein Gremium, in dem Kirchenvorstände, Einrichtungen und Verbände sich auf regionaler Ebene treffen und arbeiten. Er hat die Aufgabe zusammen mit dem Propst, der gleichzeitig auch Vorsitzender des Vorstandes des DPR ist, das Dekanat und seine Themen weiterzuentwickeln und über wichtige Grundsatzentscheidungen zu beraten. Der DPR ist damit das wichtigste Gremium des Dekanats, in dem auch Ehrenamtliche die Zukunft der Katholischen Kirche in Hannover mitgestalten können.

Wir stellen Ihnen den achtköpfigen Vorstand des DPR vor – persönlich und nah. In dieser Ausgabe verrät uns Felizitas Teske (58), die als berufenes Mitglied gleich zur Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde, dass sie Facebook ablehnt, ob sie fromm ist und was sie bewegt.

Liebe Frau Teske, unsere Leser möchten Sie gerne etwas näher kennenlernen. Was muss man über Sie wissen?

Ich bin schon sehr lange Lehrerin und bin das immer noch sehr gern. Seit fast 19 Jahren leite ich die katholische Grundschule Bonifatiusschule in Hannover – und immer, wenn ich mich über irgendwas in der Kirche geärgert habe, freue ich mich auf die nächsten Religionsstunden mit meinen Schülerinnen und Schülern – und das erdet mich dann wieder. Menschen, die mich kennengelernt haben als eine „Kämpferin“ für Frauen in der Kirche, wundern sich darüber, dass ich in meiner Freizeit durchaus auch eher „klassisch weiblich besetzte“ Tätigkeiten ausübe wie Kochen, Backen, Stricken oder Sticken. Engagiert habe ich mich, bevor ich beim DPR angefangen habe, schon sehr viele Jahre. Unter anderem war ich acht Jahre lang Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken.

Die Arbeit im Dekanatspastoralrat basiert auf ehrenamtlichem Engagement. Gerade der Vorstand trägt dabei eine große Verantwortung. Woher kommt ihre Motivation, sich so im besonderen Maße zu engagieren?

Ach ja, eigentlich war das irgendwie schon immer so. Ich habe einen Teil meiner Jugendarbeitszeit in einem Mädchenverband zugebracht und habe so Aufgaben übernommen, die in gemischten Verbänden eher immer von den Männern übernommen wurden. So habe ich früh Leitungsfunktionen ausgeübt. Und wenn man erstmal mittendrin ist, gibt es in der Regel immer einen, der einen „weiterschiebt“. So hat mich zum Beispiel Bischof Josef sehr motiviert und unterstützt, den Vorsitz des Diözesanrates zu übernehmen. Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen diese Aufgabe aufgeben. Und nach einiger Zeit ging es mir dann wieder besser. Und wenn man dann wieder „auftaucht“, kommt garantiert einer … Vielleicht kann ich ganz einfach sagen: Ich bin so erzogen, dass es sich gehört, das, was man kann, einzubringen. Meine Bilanz hat dann immer ergeben, dass ich viel mehr zurückbekommen habe.

Was haben Sie sich für Ihre Arbeit im DPR vorgenommen? Welche Themen wollen Sie wie weiterentwickeln?

Natürlich habe ich immer noch „meine“ Themen wie die Stellung der Frau in der Kirche und die Position von Laien überhaupt im Blick. Ich möchte nicht, dass wir eine Entwicklung von einer auf Priester zentrierten zu einer auf Hauptberufliche zentrierten Kirche durchlaufen. Das ist nun schon wieder sehr binnenkirchlich gedacht, darf aber auch nicht vergessen werden. Aktuell stehen „vor unserer Haustür“ jedoch ganz andere Aufgaben, nämlich Menschen, die zu uns kommen und uns brauchen. Ich hoffe, dass es der Katholischen Kirche in Hannover gelingt, die Gemeinden intensiver in Kontakt miteinander zu bringen und die sich uns stellenden Themen – nicht nur die innerkirchlichen, sondern vor allem auch die gesellschaftlichen – anzugehen.

Zum Thema Glauben: Was ist Ihnen daran besonders wichtig? Was macht Ihren Glauben aus?

Mir hat mal jemand, dessen Meinung über mich mir sehr wichtig war, gesagt, er halte mich für einen frommen Menschen. Das hat mich echt umgehauen, denn ich finde, dass ich ein eher „marthamäßiger“ Mensch bin. Das, was ich so landläufig unter fromm verstand, trifft auf mich nicht zu. Ich mache eher, als dass ich mich versenken könnte. Dann habe ich mir gedacht, wenn „fromm sein“ bedeutet, mit vollem Einsatz das zu machen, was geht, und für das einzustehen, was mir wichtig ist (religiös, politisch, zwischenmenschlich oder gesellschaftlich), dann bin ich fromm. Dann macht diese „Frömmigkeit“ auch meinen Glauben aus verbunden mit dem Gefühl zu wissen, warum und wofür ich etwas mache und dass ich dabei getragen bin.

Liebe Frau Teske, vielen Dank für das offene und interessante Gespräch und viel Erfolg weiterhin im DPR und all Ihren eigenen Projekten.

 

Frau Teske darf gerne per Mail (felizitas.teske(at)gmx.de) zu Themen der Kirche angesprochen werden. Bei Facebook ist sie nicht und „will da auch überhaupt nicht hin“, wie sie uns versichert hat.

(Artikel vom 21. Mai 2015)