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HANNOVER SPRICHT ÜBER ...

Neustart mit Mut und Vertrauen

Die Propsteigemeinde in Leipzig, Hannovers Partnerstadt, baut eine neue Kirche im Stadtzentrum. Es ist das größte katholische Bauprojekt in Ostdeutschland nach der Wende. Propst Martin Tenge hofft auf Inspirationen aus dem Projekt für Hannover

Der  Grundstein für Leipzigs neue Propsteikirche ist gelegt. Dr. Heiner Koch (rechts), Bischof von Dresden-Meißen, segnete die mit Dokumenten und  Münzen gefüllte Kapsel, bevor er sie in den Grundstein einbrachte. Regionaldechant Martin Tenge (Mitte) überbrachte Grüße aus Hannover. Foto: Markus Kremser

Der Grundstein für Leipzigs neue Propsteikirche ist gelegt. Dr. Heiner Koch (rechts), Bischof von Dresden-Meißen, segnete die mit Dokumenten und Münzen gefüllte Kapsel, bevor er sie in den Grundstein einbrachte. Regionaldechant Martin Tenge (Mitte) überbrachte Grüße aus Hannover. Foto: Markus Kremser

Im Sommer 2012 besichtigten Seelsorgerinnen und Seelsorger aus Hannover den Bauplatz.

Im Sommer 2012 besichtigten Seelsorgerinnen und Seelsorger aus Hannover den Bauplatz.

Beim Fundraising ist die Propsteigemeinde St. Trinitatis kreativ.

Beim Fundraising ist die Propsteigemeinde St. Trinitatis kreativ.

Kein Alternativprogramm zum Leben in der Stadt soll sie bieten, aber einen Ort der Ruhe und der Gastfreundschaft. Im Zentrum von Hannovers Partnerstadt Leipzig entsteht eine neue Propsteikirche. Zur Grundsteinlegung im April ist auch eine Delegation von Katholiken aus Hannover angereist. Die frühere Gemeinde St. Clemens pflegt seit der Öffnung der innerdeutschen Grenze eine Partnerschaft zwischen beiden Propsteigemeinden. Propst Martin Tenge lobte den Mut und das Vertrauen, das die Leipziger Katholiken mit dem Projekt beweisen. Weniger als ein Fünftel der Leipziger gehören einer Kirche an, nur vier Prozent sind katholisch. Doch die Propsteigemeinde wächst: Jährlich kommen rund 100 bis 150 Gläubige hinzu, oft junge Menschen und Familien aus Westdeutschland. Das Durchschnittsalter der Gemeinde liegt bei gerade mal 36 Jahren.

Die erste katholische Propsteikirche in der Leipziger Innenstadt wurde im zweiten Weltkrieg zerstört.  Die Katholiken nutzen jahrzehntelang verschiedene Gebäude, bis ihnen das DDR-Regime einen Platz für einen Neubau zuwies: außerhalb der Innenstadt und auf sandigem Grund. Längst ist dieses Provisorium vom 1982 baufällig und viel zu klein für die Gemeinde geworden. Deswegen wagt sie jetzt am Martin-Luther-Ring, gegenüber vom Rathaus einen Neustart. Geplant ist ein moderner Bau aus Rochlitzer Porphyr, einem beigefarbenen Stein aus der Region. Auf dem dreieckigen Kirchen-Campus wird eine Passage entstehen, durch die Fußgänger hindurch schlendern können. Der Neubau soll rund 15 Millionen Euro kosten. 5,5 Millionen sind bereits gespendet worden.

„Partnerschaft bereichert“, kommentiert Propst Martin Tenge: Er hofft auf Inspirationen aus Leipzig für eine zukunftsfähige Kirchenraumgestaltung. Denn 2018, zu ihrem 300. Geburtstag, steht eine Neugestaltung der Basilika in Hannover an.

 

(Artikel vom 22. Juni 2013)