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PERSPEKTIVEN

Unternehmen für soziale Themen

Immer mehr Unternehmen engagieren sich sozial und karitativ. Ein „Social-Day“ zum Beispiel, bei dem Mitarbeitende in Hilfseinrichtungen anpacken, Spendenaufrufe innerhalb der Belegschaft oder eigene Projekte nehmen zu.

Eine Mitarbeiterin von Ricoh beim Social Day sammelt zusammen mit Kindern Laub. © Kemper

Eine Mitarbeiterin von Ricoh beim Social Day sammelt zusammen mit Kindern Laub. © Kemper

Beim Social Lunch im Besitos gab es ein großes Buffet. © Gaus

Beim Social Lunch im Besitos gab es ein großes Buffet. © Gaus

Ein Gast freut sich über die Einladung von Wirt Matthias Wenkel (r.) beim Social Lunch in der StäV. © Kemper

Ein Gast freut sich über die Einladung von Wirt Matthias Wenkel (r.) beim Social Lunch in der StäV. © Kemper

Die Caritas Hannover freut sich über das große Interesse. Besonders, wenn dabei eine langfristige Kooperation entsteht. So geschehen im Kinderzentrum Allerweg: Schon seit 2012 unterstützt die DHL-Niederlassung Hannover das Kinderzentrum, in dem Kinder nach der Schule ein Mittagessen, Hilfe bei den Hausaufgaben und Raum zum Spielen und Toben bekommen. Gemeinsam mit dem Leiter des Kinderzentrums Frank Bonk suchten die Mitarbeitenden der DHL nach Möglichkeiten der Unterstützung. Allen voran Bianca Tönnies, die das Projekt von Beginn an betreut. „Mittlerweile ist das ein Selbstläufer, die Kollegen fragen schon immer, wann es endlich wieder ins Kinderzentrum geht“, erzählt sie.

Sommerfeste, Kleiderbasare und Sachspenden sind dabei nur ein kleiner Teil der langjährigen Kooperation. In der Weihnachtszeit schreiben die Kinder Wunschzettel, die von den Kolleginnen und Kollegen der DHL beantwortet werden. „Die Wunschzettel liegen ja bei uns aus und sind immer so schnell vergriffen. Da sind einige Kollegen schon richtig enttäuscht gewesen, wenn keine mehr über waren“, so beschreibt Bianca Tönnies den Einsatz ihrer Kolleginnen und Kollegen.

„Man lernt natürlich gemeinsam dazu, man muss schauen, wo Bedarf ist und wo wir noch Lücken haben“, stellt Frank Bonk fest und erzählt von einer Idee, die nach der Geschenkeaktion entstanden ist: Viele Eltern verzichten auf Geschenke für sich oder ihre Partner, um die Wünsche ihrer Kinder zu erfüllen. Bei der Bescherung sind die Kinder häufig die Einzigen, die Geschenke öffnen. Gemeinsam wurde deswegen der weihnachtliche Geschenkebasar für Eltern ins Leben gerufen. Hier können Kinder ihren Eltern Geschenke aussuchen und diese schön verpackt mit nach Hause nehmen. Die Geschenke werden von den Mitarbeitenden der DHL gespendet.

 

Engagement von vielen Unternehmen

 

Doch nicht nur die DHL engagiert sich. Ernst & Young beschenkte Kinder der Kita St. Godehard zu Weihnachten, die ING-DiBa verteilte Schultüten an Schulanfänger, die Heimkehr Wohnungsgenossenschaft unterstützt das Projekt „Balu und Du“ und Mitarbeitende der Firma Ricoh zeigen Einsatz bei Renovierungsarbeiten und Spielzeugreparaturen im Rahmen eines „Social Day“.

Auch Hannovers Gastronomen übernehmen mit einem neuen Konzept soziale Verantwortung. „Social Lunch“ nennt sich die Idee, bei der Restaurants Wohnungslose zum Essen einladen. In einem Restaurant bedient werden, etwas Gutes essen und sich dabei wohlfühlen. Für die Meisten ein ganz normales Gefühl, für Wohnungslose etwas ganz Besonderes. Ein „Social Lunch“ gibt diesen Menschen ein großes Stück Normalität zurück, das sie im Alltag oft schmerzlich vermissen.

Die Tapas-Bar Besitos am Steintor und die Ständige Vertretung am Aegidientorplatz sind die ersten Restaurants, die in Hannover ein „Social Lunch" für Wohnungslose veranstaltet haben. Beim Besitoes erwartete die Besucher aller Tagestreffpunkte im Stadtgebiet ein offenes Buffet. Sich einfach satt essen und das, ohne das Gefühl fehl am Platze zu sein ist etwas, das Wohnungslose selten erleben können. In der Ständigen Vertretung standen Fisch, Currywurst und Schnitzel auf der Speisekarte.

 

„Social Lunch“: Mehr als nur eine Mahlzeit

 

Doch beim „Social Lunch“ geht es um mehr. Ein „Social-Lunch" öffnet Wohnungslosen Räume, die für sie sonst verschlossen sind. Nicht etwa von Seiten der Restaurantbetreiber, verschlossen durch die Blicke anderer Gäste und das Gefühl nicht willkommen zu sein. Einen Tag ein ganz normaler Gast sein, etwas bestellen dürfen, ohne komisch angeguckt zu werden. Das ist für die meisten viel wertvoller als das leckere Essen.

„Natürlich haben wir alle unsere Probleme, aber es geht uns doch eigentlich ganz gut. Ich wollte einmal etwas für Menschen auf die Beine stellen, denen es nicht so gut geht und so kamen wir mit der Caritas Hannover ins Gespräch", antwortet Marc Schinköth, Geschäftsführer des Beitos auf die Frage, aus welchem Grund er den ersten „Social Lunch" in Hannover mitorganisiert hat. „Die Belegschaft ist hin und weg, da kullerte auch die ein oder andere Träne, weil man diese ehrliche, wirkliche Dankbarkeit sonst nicht sieht. Hier spürt man sie aber die ganze Zeit."

Seit 2014 haben bereits drei „Social Lunches“ stattgefunden – mit steigender Tendenz.

(Artikel vom 18. Mai 2016)