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HANNOVER SPRICHT ÜBER ...

Projekt Wortfinder

Viele Familien, die aus Kriegs- und Krisengebieten gekommen sind, leben bei uns in prekären Verhältnissen. Es fehlt ein Ort für die Kinder zum Lernen, manche Eltern können selbst nicht lesen und schreiben. Dass die Kinder dieser Familien trotzdem eine Chance in der Schule haben, dafür setzt sich das Projekt „Wortfinder" des Caritasverbandes und der Katholischen Familienbildungsstätte Hannover ein.

Eine Betreuerin und ein Flüchtlingskind beim gemeinsamen Spiel: In lockerer Atmosphäre gelingt es „Wortfinder“, den Kindern beim Erlernen der Sprache zu helfen und sie vor allen Dingen auch emotionale zu stabilisieren. © Caritas

Eine Betreuerin und ein Flüchtlingskind beim gemeinsamen Spiel: In lockerer Atmosphäre gelingt es „Wortfinder“, den Kindern beim Erlernen der Sprache zu helfen und sie vor allen Dingen auch emotionale zu stabilisieren. © Caritas

Adil ist 9 Jahre alt. Seine Eltern sind aus der Heimat geflohen, als es dort gefährlich und unerträglich wurde. Angst beherrschte ihr Leben, Hoffnungslosigkeit und Armut. Doch das neue Leben in Deutschland ist schwerer, als erwartet. Alles ist anders. Die Familie spricht kein Deutsch, fühlt sich oft wenig willkommen. Adil besucht bereits die Schule, doch ohne Sprache ist er am Rand des Geschehens. Adil braucht vor allem Zeit. Zeit, um sich einzugewöhnen. Zeit, um zu verarbeiten. Zeit, um Worte zu finden. Und die Zeit von Menschen, die ihn dabei unterstützen.

So wie Adil und seiner Familie geht es nahezu allen Flüchtlingen. Das Leid ist unvorstellbar. Die Einrichtungen und Projekte der Caritas und der Katholischen Familienbildungsstätte Hannover helfen Kindern, anzukommen, sich nach ihren Fähigkeiten zu entwickeln und starke Menschen zu werden, die sich in Deutschland wohl fühlen und für das Leben hier gut gewappnet sind.

Regelmäßiger Deutschunterricht in kleinen Gruppen

Das Projekt „Wortfinder" für Flüchtlingskinder und Kinder mit Migrationshintergrund in hannoverschen Schulen sorgt für regelmäßigen Deutschunterricht in kleinen Lerngruppen. Denn viele von ihnen sind schon seit mehreren Jahren nicht mehr in einer Schule gewesen. Darum geht es auch darum, soziale Regeln und Strukturen der deutschen Gesellschaft zu erlernen. Beim Spielen, Malen und kreativen Gestalten lernt es sich leicht. Hier können sich die Kinder ausdrücken und finden Stabilität nach einer Zeit der Unsicherheit. Die Eltern lernen dabei das Schulsystem kennen und werden mit einbezogen, wo immer es geht.

Die Kinder, die von „Wortfinder“ profitieren können, sind zwischen 5 und 15 Jahren alt. Sie bekommen Deutschunterricht und Hilfe bei den Hausaufgaben und werden dabei in erster Linie in der fremden Umgebung durch die intensive Betreuung in unsere Gesellschaft integriert. Honorarkräfte und Ehrenamtliche stemmen diese Aufgabe.

Weitere Informationen über das Projekt und Ansprechpartner finden Sie hier (Link).

(Artikel vom 19. Oktober 2015)